Ernährung im Alter

Ob jung oder alt: Leckeres Essen tut Körper und Seele gut. Es steigert unser Wohlbefinden und die Lebensqualität. Doch um gesund zu bleiben oder eine Krankheit besser zu überstehen, braucht der Körper eine ausgewogene Ernährung, die dem individuellen Bedarf entspricht. Aber was macht eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung aus? Wie gelingt eine gute Verpflegung zu Hause? Und was ist bei der Ernährung von Bewohner*innen in Senioreneinrichtungen zu beachten?

Hier finden Senior*innen sowie deren Angehörige, Fach- und Pflegekräfte einen Überblick zu folgenden Themen:

  • Gesundheit und Lebensqualität
  • Altersgerechte Ernährung
  • Kritische Nährstoffe im Alter
  • Immunabwehr im Alter

Gesundheit und Lebensqualität

Unabhängig vom Alter ist ein guter Ernährungszustand die Grundlage für den Erhalt der Gesundheit und Lebensqualität. Im Alter verändert sich jedoch der Körper ebenso wie die Gesundheits- und Lebenssituation.

All diese Faktoren wirken sich auf den persönlichen Energie- und Nährstoffbedarf aus. Dabei haben aktive Senior*innen, die sich selbst versorgen, einen anderen Bedarf als der pflegebedürftige Mensch in einer Senioreneinrichtung. Somit gilt es, die individuellen Bedürfnisse und Wünschen eines jeden Einzelnen festzustellen.

Eine ausgewogene Ernährung im Alter ist wichtig, weil

  • sich der Körper verändert.
  • der Stoffwechsel langsamer wird.
  • die körperliche Aktivität abnimmt.
  • Beschwerden und Krankheiten zunehmen.
  • oftmals Medikamente eingenommen werden müssen.
  • die Immunabwehr nachlässt, wodurch das Risiko zu erkranken steigt.
  • sie bei schwerer Krankheit oder gar einem Krankenhausaufenthalt die Regeneration und Genesung fördert.
  • sie vor einer Fehl- oder Mangelernährung schützt, die zu Übergewicht oder ungewolltem Gewichtsverlust  mit den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen führen kann.
Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen (DGE-Sektion)

Der Oberbegriff Nährstoffe umfasst zwei Arten: Die Hauptnährstoffe Protein (Eiweiß), Fett sowie Kohlenhydrate (z.B. Stärke in Kartoffeln) liefern Energie. Vitamine und Mineralien werden als essenzielle Nährstoffe bezeichnet. Sie liefern keine Energie, sind aber ebenso lebensnotwendig. Ballaststoffe erfüllen ebenfalls wichtige Funktionen im Körper.

Die D-A-CH-Referenzwerte sind die Grundlage einer gesundheitsfördernden Ernährung und basieren auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie zeigen die täglich notwendigen Mengen an Energie und Nährstoffen auf. Die Referenzwerte dienen unter anderem als Leitfaden, um eine gesundheitsfördernde Ernährung zu planen und die Nährstoffzufuhr zu bewerten. Detaillierte Mengenangaben für die tägliche Nährstoffzufuhr, die alters- und geschlechtsspezifische Richtwerte berücksichtigen, sowie weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der DGE unter „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ und den dazugehörigen Seiten.

DGE: „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“ und der Ernährungskreis

Eine allgemeine Orientierungshilfe bieten die „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“ der  Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sowie der „DGE-Ernährungskreis“, welche auf den D-A-CH-Referenzwerten basieren.

Der DGE-Ernährungskreis

Der DGE-Ernährungskreis von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zeigt, wie sich eine gesundheitsfördernde Ernährung mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen zusammensetzt. Der Kreis unterteilt das Lebensmittelangebot in 7 Gruppen. Jede Lebensmittelgruppe liefert bestimmte Nährstoffe in unterschiedlichen Mengen. Je größer ein Segment des Kreises ist, desto größere Mengen sollten aus der Gruppe verzehrt werden. Lebensmittel aus kleinen Segmenten sollten dagegen sparsam verwendet werden.

Für eine gesundheitsfördernde Ernährung empfiehlt der DGE-Ernährungskreis

  • aus allen sieben Lebensmittelgruppen auswählen und die Mengenverhältnisse berücksichtigen.
  • die Lebensmittelvielfalt nutzen.
  • zu Vollkornprodukten greifen (wie Vollkornmehl, -brot und -nudeln, Naturreis).
  • fettarme Milch und Milchprodukte bevorzugen.
  • fettarme Wurst auszuwählen (wie gekochten Schinken ohne Fettrand, Bratenaufschnitt, Sülzwurst).
  • eine fettarme Zubereitung beachten (wie Gemüsesoßen statt Sahnesoßen).
  • schonende Garverfahren anwenden (wie Dünsten, kurze Garzeiten).
  • fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag verzehren, wobei die Lebensmittelauswahl an die Saison angepasst sein sollte.
  • 1,3 bis 1,5 Liter Wasser, Tee oder Saftschorlen trinken.

Neben einer ausgewogenen Ernährungsweise spielt auch die Regelmäßigkeit der Nahrungszufuhr eine bedeutende Rolle. Die DGE empfiehlt hierfür regelmäßige Essenzeiten und drei bis fünf (dann kleinere) Mahlzeiten am Tag.

7 Lebensmittel-Gruppen

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Wie gelingt eine leckere, nachhaltige und gesundheitsfördernde Ernährung?

Viele Tipps und tolle Rezepte zum Nachkochen finden Senior*innen, Küchenpersonal in Senioreneinrichtungen und Caterer von „Essen auf Rädern“ hier und in der Rezeptdatenbank von „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben“.

Kritische Nährstoffe im Alter

Die Portion auf dem Teller wird immer kleiner, aber der Nährstoffbedarf bleibt gleich oder ist ggf. sogar erhöht. Das führt dazu, dass die sogenannten kritischen Nährstoffe zu wenig aufgenommen werden.

Weitere kritische Nährstoffe im Alter und Lebensmittel, die diese liefern, finden Sie auf der Webseite von „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben.“ unter „Kritische Nährstoffe“ sowie in den Informationsbroschüren DGE-Praxiswissen.

Eine zu geringe Vitamin-D-Versorgung spielt bei älteren Menschen besonders bei Osteoporose eine Rolle. Viele Männer und Frauen sind schon in jüngeren Jahren nicht gut mit diesem Vitamin versorgt. Bei älteren Menschen wird bei Sonneneinstrahlung über die Haut weniger Vitamin D gebildet. Und Lebensmittel liefern nur wenig von Vitamin D. Daher steht es zu wenig für den Aufbau und Erhalt an Knochenmasse zur Verfügung. Dadurch sinkt die Knochenmasse und führt zusammen mit einer Muskelschwäche zu einem erhöhten Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen.

Chronische Gastritis ist häufig die Ursache eines Vitamin B12-Mangels im Alter. 20 bis 50 Prozent der Senior*innen sind davon betroffen. Dieser Mangel ist z.B. kann die Entwicklung einer Anämie (Blutarmut) fördern. Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorganismen hergestellt und somit über tierische Lebensmittel angeliefert. Gute Vitamin-B12-Lieferanten sind Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte. Durch die bakterielle Gärung sind geringere Mengen z.B. in Sauerkraut enthalten.

Proteine (Eiweiße) sind Hauptbestandteile der Muskeln. Im Alter wird weniger Nahrungseiweiß in die Muskulatur eingebaut. Dazu kommen Erkrankungen z.B. des Magen-Darm-Trakts, die zusätzlich Proteine verbrauchen. Auch durch Appetitmangel oder Kau- und Schluckstörungen wird weniger aufgenommen. So kann es schleichend zu einem Verlust an Muskelmasse kommen. Gute Protein-Lieferanten sind Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Linsen), Kartoffeln und besonders Ei, Fisch, Fleisch sowie Milch und Milchprodukte.

Funktionen der Hauptnährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe

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Immunabwehr im Alter

Im Alter ist das Immunsystem häufig geschwächt. Der Körper ist immer weniger in der Lage, eine effektive Immunabwehr bereitzustellen. Entzündliche Prozesse treten bei älteren Menschen vermehrt auf und das Risiko für entzündliche Erkrankungen steigt. So können Erkrankungen wie Arthrose, Arteriosklerose oder degenerative Gehirnerkrankungen sowie psychische Erkrankungen entstehen.

Bei einem geschwächten Immunsystem ist es besonders wichtig, dass eine gute Hygiene bei Speisen und Getränken gegeben ist. Das gesamte Hygienemanagement einer Einrichtung spielt vor allem bei pflegebedürftigen älteren Menschen eine entscheidende Rolle.

Lebensstil und Immunsystem

Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, die Gefahr entzündlicher Erkrankungen zu reduzieren. Dazu zählt eine gesundheitsfördernde Ernährung mit einer bedarfsgerechten Versorgung an Nährstoffen. Aber auch ausreichender Schlaf und ein guter Umgang mit Stress gehören dazu. Bewegung unterstützt ebenfalls ein funktionierendes Immunsystem.

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