„Leitungswasser in der Gemeinschaftsverpflegung –
Die nachhaltigere Wahl zu trinken“

8. WissensSchnittchen zu den DGE-Qualitätsstandards

Zum digitalen Austauschformat zur Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards „WissensSchnittchen“, das am 06. Juni um 14.30 Uhr stattfindet, begrüßen wir Samuel Höller als Referent. Weil im Sommer das Thema „Trinken“ einen besonderen Stellenwert bei der Verpflegung einnimmt und hierbei Wasser das Mittel der Wahl ist, wird im Juni der Verein a tip: tap zu Gast bei unseren WissensSchnittchen sein. Leitungswasser ist ein wunderbares Beispiel für nachhaltigen Konsum: ein regionales Produkt, verpackungsfrei, emissionsarm und gesund – und damit ein leichter Einstieg zu einem nachhaltigeren Lebensstil für alle Menschen in Deutschland, berichtet der Geschäftsführer Samuel Höller.

Er führt fünf gute Gründe für den Einsatz von Leitungswasser auf und erläutert die Vorteile für einen besseren Zugang zu Leitungswasser in der Öffentlichkeit sowie der Gemeinschaftsverpflegung. Anhand von Praxisbeispielen berichtet er, wie der Zugang verbessert werden kann und welche Herausforderungen dafür überwunden werden müssen.

Es gibt Praxis-Tipps zur Umsetzung vor Ort, Hintergründe zu den Vor- und Nachteilen von Mineral- und Leitungswasser, Erfahrungen zur Akzeptanz bei den Tischgästen und Hinweise wie die Versorgung mit Leitungswasser in der Einrichtung gestartet werden kann. Im Vordergrund steht die Frage wie die nachhaltige Verpflegung mit Trinkwasser von den Einrichtungen umgesetzt werden kann.

Unser Referent Samuel Höller ist Diplom Umweltwissenschaftler und hat mehrere Jahre als Wissenschaftler für das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, in der Bundesverwaltung des Umweltbundesamtes sowie im Bundesumweltministerium gearbeitet. Der Verein a tip:tap wurde 2010 von ihm mitgegründet und von Beginn an ist er im Vorstand tätig, zunächst ehrenamtlich. Seit 2019 ist Herr Höller hauptamtlicher Geschäftsführer. Die Initiative möchte in Deutschland für das Trinkwasser aus der Leitung begeistern, damit es zum „neuen Normal“ in unserer Gesellschaft wird.

Werden Sie Vorreiter und stellen Sie Ihre Fragen zum Einsatz von Leitungswasser
Wenn auch Sie Vorreiter werden möchten und sich für eine Auszeichnung als „Leitungswasserfreundliche“ Einrichtung oder Betrieb interessieren, um so einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten, dann freuen wir uns über Ihre Teilnahme.

Im Anschluss an den Input von Samuel Höller sind Sie gefragt! Denn sicherlich stellen sich Ihnen Fragen zur Umsetzung in der Praxis. Nach dem Impuls-Vortrag bildet der Austausch zu Ihren Fragestellungen, Ideen, möglichen Hürden und vielleicht ersten Erfahrungen den praxisnahen Höhepunkt der Veranstaltung. Bringen Sie daher all Ihre Fragen mit. Wir möchten Ihnen als Praktiker*innen die Möglichkeit bieten voneinander zu profitieren und sich gegenseitig zu unterstützen
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Hier können Sie sich zur aktuellen Veranstaltung anmelden:  

https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZUtc-qtpjMrHt1oTVbwBydioxAoa8TtuFl2

Die Veranstaltung findet monatlich statt, die weiteren Termine veröffentlichen wir kurzfristig in der Rubrik AKTUELLES bzw. SERVICE à WissensSchnittchen“ der fünf Lebenswelt-Internetseiten der drei DGE-Projekte IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung.

https://www.fitkid-aktion.de/startseite/;  https://www.schuleplusessen.de/startseite/https://www.jobundfit.de/startseite/https://www.station-ernaehrung.de/startseite/https://www.fitimalter-dge.de/startseite/

Die Teilnehmerzahl pro Veranstaltung ist auf 100 Personen begrenzt. Nach einer kurzen Registrierung erhalten die Teilnehmenden einen personalisierten Zugangslink. Sollten Sie den Termin nicht wahrnehmen können, nutzen Sie bitte die Gelegenheit und stornieren Sie die Anmeldung, damit weitere Interessent*innen auch kurzfristig die Möglichkeit haben, dabei zu sein.

Bei Fragen melden Sie sich gerne bei Frau Elke Thieme (E-Mail: thieme@dge.de; Telefon: 0228 3776 873).

Nachbericht der 7. Veranstaltung

Alles aus einer Küche? – das 7. WissensSchnittchen lieferte Praxistipps zur Verpflegung mehrerer Zielgruppen aus einer Hand

Durch die verschiedenen Erwartungen entstehen viele Herausforderungen, es ergeben sich aber auch Chancen sowohl für die Küche als auch den Betrieb. Die ausgebildete Köchin und Oecotrophologin Daniela Kirsch hatte viele Praxisbeispiele zur Verpflegung in den verschiedenen Lebenswelten von der Kita bis zur Verpflegung von Senior*innen, die von ihrem Arbeitgeber, der Rebional GmbH, bedient werden.

Es gab viele anschauliche Beispiele wie die Gewohnheiten der verschiedenen Tischgäste zu den Zubereitungsformen der Lebensmittel, deren Akzeptanz auf dem Teller beeinflussen. So kommt ein Möhrensalat bei den Kindern nicht gut an, wird aber fein gerieben von älteren Menschen gerne angenommen. Dafür freuen sich die Kinder, wenn die Lebensmittel einzeln angeboten werden, so dass jeder seine individuelle Wahl treffen kann. Bei den Erwachsenen wird ein Blumenkohl-Brokkoli-Auflauf deshalb gerne gegessen, während die Kinder die Einzelkomponenten mit Sauce oder einem Dip bevorzugen. Auch das Thema Fleischreduktion polarisiert bei den Gästen unterschiedlich stark. Die Reduktion von Fleisch kann von den Senior*innen am ehesten toleriert werden, wenn sich das Gericht möglichst nahe an bekannten Speisen orientiert, in der Kita und Schule sind fleischfreie Gerichte dagegen erwünscht und pflanzenbetonte Gerichte stehen hoch im Kurs.

Herausforderungen und Chancen beleuchtete die Diskussion
Im anschließenden Austausch stand das Thema Schnittstellenmanagement im Vordergrund. Eine Teilnehmerin identifizierte die Speisen-Ausgabe als wichtige Schnittstelle, die großen Einfluss auf die Akzeptanz hat. Nicht nur die Zubereitung an sich ist wichtig, sondern auch die Speisen-Präsentation und die Möglichkeit zum Austausch zu den Gerichten spielt eine Rolle. Dort kann es viele Hürden, aber auch Chancen geben, die die Akzeptanz von neuen Angeboten wesentlich beeinflussen. Auch ein gutes Beschwerdemanagement stellt einen wesentlichen Faktor da, um zwischen den Ansprüchen der Kund*innen, der Küche und den Tischgästen zu vermitteln.

Die erfolgreiche Verpflegung verschiedener Zielgruppen steht und fällt mit den vorhandenen Rahmenbedingungen wie dem Speisenproduktionssystem, den Gästewünschen, dem Personal, dem Angebot, den ökonomischen Bedingungen und den Kundenerwartungen. Die Chancen liegen aber darin, dass sich die Küche mit viel Kreativität dieser Herausforderung stellt und damit die Resilienz des Betriebes stärken kann. Auch ergeben sich viele Synergien, die genutzt werden können. Es wurde mal wieder deutlich, dass es sich um eine wirklich herausfordernde Aufgabe handelt eine gesundheitsfördernde, nachhaltigere sowie gleichzeitig leckere und akzeptierte Verpflegung zu ermöglichen, die nur zusammen mit allen Beteiligten gut zu meistern ist.

Über IN FORM: IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern. Weitere Informationen unter: www.in-form.de

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.